Zeitenwende bei Nvidia: Wir sind endgültig da, wo wir nie sein wollten

Auch wenn der Wandel schon seit Jahren verläuft, markieren die jüngsten Entwicklungen für mich endgültig die KI-Zeitenwende bei Nvidia.

Tech-Autor Nils freut sich nicht über so manche Entwicklung bei Nvidias Gaming-Grafikkarten, aber es gibt aus seiner Sicht noch genug Hoffnung. Tech-Autor Nils freut sich nicht über so manche Entwicklung bei Nvidias Gaming-Grafikkarten, aber es gibt aus seiner Sicht noch genug Hoffnung.

Über 30 Jahre ist es inzwischen her, dass Nvidias erste Grafikkarte in Form des Models NV1 erschienen ist. Wenn neue Top-GPUs auf den Markt gekommen sind, fand die Einstellung des Vorgängers seitdem stets wenige Monate davor oder danach statt.

Diese Zeiten sind vorbei: Die RTX 5090 verabschiedet sich wahrscheinlich über ein Jahr vor einem möglichen Release des RTX-6000-Nachfolgers aus dem Handel.

Offiziell bestätigt sind zwar weder die Einstellung der RTX 5090 noch der Release-Zeitraum des Nachfolgers. Doch vieles deutet darauf hin, dass wir vor einer meiner Erinnerung nach beispiellosen Lücke zwischen dem alten und dem neuen Geforce-Top-Modell stehen.


Video starten 0:51 »Die erste echte GPU der Welt«: Nvidia feiert 25 Jahre Geforce 256


Die Zeiten ändern dich

Wir wissen alle längst, dass das Gaming für Nvidia nur noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Schließlich kann man mit sehr ähnlicher Hardware im KI-Bereich durch die Abnahme in großen Stückzahlen und dank äußerst kaufkräftiger Kundschaft in Form von großen Unternehmen aus verschiedenen Branchen Unsummen verdienen.

Nicht umsonst ist Nvidia inzwischen zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen und verteidigt diese Top-Position seit Mitte 2025, vor Tech-Giganten wie Apple, Alphabet (Google) und Microsoft.

Gleichzeitig leben wir in Zeiten, in denen sehr hohe Preise für Gaming-Grafikkarten weitaus akzeptierter sind als noch vor ein paar Jahren. Sicher freut sich niemand darüber, eine RTX 5090 erst ab 6.000 Euro im Handel zu finden. Aber es gibt Abnehmer dafür, und das teils sogar zu fünfstelligen Preisen.

Gaming ist eben längst erwachsen geworden, und wenn man viel Geld hat und das Schnellste vom Schnellen will, dann kann man auch die Entscheidung treffen, solche Summen in sein Hobby (oder möglicherweise seinen Beruf) zu investieren.

Eins ist für mich persönlich aber sehr klar: Einen Weg zurück wird es nicht mehr geben, also weder hin zu einer deutlich besseren Preissituation noch zu einem größeren Fokus auf den Gaming-Markt.

  • Der eine Grund dafür ist, dass Hersteller wie Nvidia längst den Beweis dafür bekommen haben, das Menschen bereit sind, sehr hohe Preise für Gaming-Grafikkarten zu zahlen.
  • Der andere Grund ist, dass KI gekommen ist, um zu bleiben.

Sicher ist nicht auszuschließen, dass die KI-Blase irgendwann platzt. Ich persönlich kann mir aber nicht vorstellen, dass das auf eine Art geschieht, die dafür sorgt, dass Nvidia & Co. nicht mehr sehr viel Geld damit verdienen und immer wieder neue, noch schnellere Produkte dafür auf den Markt bringen können.

Eben genau so, wie sie es zuvor seit Ende der 1990er mit Gaming-Grafikkarten machen, nur mit deutlich größeren Margen beziehungsweise Gewinnen.

GameStar PC Ultra GeForce Extreme Ex
GameStar PC Ultra GeForce Extreme Ex
CPU: Intel Core Ultra 7 265KF (8x bis 5,2 GHz & 12x bis 4,6 GHz)
GPU: Nvidia GeForce RTX 5090 32 GB VRAM
RAM: 32 GB DDR5 (2x 16 GB)
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7.299 €

Quo vadis, PC-Gaming?

PC-Spieler sind also an einem Punkt, an dem sie wohl nie sein wollten. Extreme Preise für schnelle Gaming-Hardware (was auch die Konsolen betrifft), lange Wartezeiten auf neue Top-Modelle und ein Hardware-Markt, der in weiten Teilen vom KI-Bedarf bestimmt wird.

Auf der anderen Seite spielen immer mehr Menschen und das Interesse daran wächst und wächst, wie unter anderem stetig steigende Zahlen bei Steam oder der Erfolg von Plattformen wie Twitch zeigen.

Die gute Nachricht lautet: Niemand braucht eine RTX 5090 beziehungsweise eine Grafikkarte für eine vierstellige Summe, um großen Spaß am Spielen haben zu können. Schließlich hat sich die technische Weiterentwicklung von Spielen in den letzten Jahren deutlich verlangsamt. Man kommt also immer besser mit älterer Hardware zurecht.

Auf der anderen Seite stehen neue Entwicklungen wie Nvidias DLSS 5, das mithilfe von KI beeindruckende Ergebnisse liefert, aber die die Hardware mehr fordert denn je.

Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage des Fokus und des eigenen Bedarfs. Wer will, kann Features wie DLSS 5 einfach links liegen lassen, Raytracing und Pathtracing deaktivieren und mit Upscaling für noch mehr FPS sorgen, was gerade älterer Hardware entgegenkommt.

Auf der anderen Seite ist es genauso möglich, selbst eine RTX 5090 mit DLSS 5, Pathtracing und 4K-Auflösung in aktuellen Spielen so an ihre Grenzen zu treiben, dass dreistellige FPS-Werte für den passenden Monitor mit entsprechend hoher Hertzzahl in weite Ferne rücken.

Genau diese Flexibilität auf dem PC ist ein Aspekt, der mir weiter Hoffnung macht. Auch wenn ich für die Weiterentwicklung in Sachen Preise eher schwarz sehe.

DLSS 5 an DLSS 5 aus DLSS 5 an DLSS 5 aus

Es ist bemerkenswert, was DLSS 5 mit der Grafik von GTA 5 auf Knopfdruck anstellen kann – aber die Technik frisst auch sehr viel Performance.

Wie sich das Gaming in den nächsten zehn Jahren entwickeln könnte

Meiner Einschätzung nach wird Gaming-Hardware immer, immer teurer werden und die Abstände zwischen den Releases werden immer, immer größer.

Die Gründe dafür habe ich ja bereits genannt: Das Hobby Gaming wird immer erwachsener und ich glaube nicht, dass KI-Markt so zusammenbrechen wird, dass sich die angespannte Lage auf dem Hardware-Markt wieder deutlich bessert.

Gleichzeitig gehe ich aber nicht davon aus, dass Nvidia & Co. den Gaming-Markt ganz aufgeben werden. Dafür steckt zu viel Musik darin und die Verwurzelung ist zu groß.


Video starten 1:00:39 DLSS 5 ist eine Grafik-Revolution (und ein Problem für Konsolen)


Außerdem gibt es viele Überschneidungen zum KI-Bereich, seien es Features wie DLSS 5, die für manche den Kauf noch teurerer, aber extrem schneller Gaming-Hardware rechtfertigen können.

Und dann besteht nicht nur die Möglichkeit, KI sinnvoll in Spiele zu integrieren, wie etwa durch dynamisch und stets anders reagierende NPCs, sondern es gibt noch den ganzen Bereich des Programmierens von Spielen mithilfe von KI.

KI und das Gaming können also auch eine sinnvolle Partnerschaft eingeht. Insgesamt blicke ich deshalb trotz aller negativen Entwicklungen in jüngerer Zeit gespannt und durchaus zuversichtlich in die Zukunft.


Auch interessant: Ich wünschte so sehr, was ich da in Super Mario Bros. von vor über 30 Jahren sehe, wäre wirklich wahr – aber so zaubern kann DLSS 5 nicht


Denn am Ende zählt beim Spielen für mich nur eins: Wie viel Spaß ich dabei habe. Und für großen Spielspaß braucht es meiner Einschätzung nach auch in Zukunft weder exorbitant teure Hardware noch KI-Tools, auch wenn beides potenziell sehr hilfreich sein kann.

Passend dazu empfehle ich euch dringend, The Last Spell eine Chance zu geben, wenn ihr Strategie- oder Taktikspielen auch nur ein wenig etwas abgewinnen könnt (und den Roguelite-Faktor notfalls mit Save Scumming entschärft, so wie ich, um Frust vorzubeugen). Gott, wie ich das Spiel liebe!

Ich bin überzeugt davon, dass wir in zehn Jahren immer noch solche Empfehlungen für echte Spieleperlen austauschen werden, weil auch KI nichts daran ändern wird, dass das Gaming für mich und viele andere Menschen das beste Hobby der Welt ist.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, wie ihr auf die Zukunft des Spiele-PCs schaut – und ob ihr eigene Geheimtipps wie The Last Spell für die GameStar-Community parat habt!


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